Die Hoffnung auf Heilung
Sie war wieder zurück.
Nicht aus Angst.
Nicht weil sie musste.
Sondern weil sie glaubte, dass es diesmal anders sein könnte.
Und anfangs… war es das auch.
Er war ruhig.
Er entschuldigte sich.
Er sagte Dinge, die sie nie zuvor gehört hatte:
„Ich war falsch.“
„Ich brauche Hilfe.“
„Ich gehe zur Therapie.“
Und er ging.
Tatsächlich.
Er setzte sich auf Stühle, auf denen Männer wie er nie sitzen wollen.
Er sprach – angeblich.
Über sich. Über seine Kindheit. Über Schuld.
Sie sah Hoffnung.
Vielleicht zum ersten Mal.
Nicht nur für ihn – sondern auch für sich.
Der Alltag war fast… friedlich.
Sie kochten zusammen.
Lachten gelegentlich.
Hatten Gespräche ohne Schreie, ohne Schuld.
Die Kinder entspannten sich.
Die Luft wurde leichter.
Ich – ihre innere Stimme – war leise.
Nicht, weil ich verschwunden war,
sondern weil ich endlich beobachten durfte,
wie sie nicht nur funktionierte, sondern lebte.
Aber tief in ihr wusste sie:
Das hier ist zerbrechlich.
Noch kein Fundament, sondern nur Hoffnung auf eins.
Und Hoffnung… kann trügen.
Sie kann wärmen –
aber auch blenden.
Doch für eine Zeit war sie da.
Und sie ließ sich tragen.

Hoffnung auf Heilung
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